31.12.2025

Rechte »Silvester-Demonstration« in Aschaffenburg

Am 31. Dezember 2025 fand in Aschaffenburg die sogenannte »Silvester-Demonstration« statt, die jährlich aus dem extrem rechten und verschwörungsideologischen Milieu heraus organisiert wird. An der Versammlung nahmen etwa 180 Personen teil.

In den vergangenen Jahren zeichnete sich die Gruppe Rhein-Main steht auf um den rechten Aktivisten Michael Hetzel für die Organisation der Demonstration verantwortlich. Nach internen Zerwürfnissen und der anschließenden Auflösung der Gruppe durch Hetzel wurde die Demonstration als Anmeldung von »zwei Privatpersonen« beworben, die sich selbst als »Team der Macher« bezeichneten. Dahinter verbargen sich maßgeblich die rechten AktivistInnen Marika Hartmann und Kamil Aslitürk, die zuvor zum Kern von Rhein-Main steht auf gehört hatten. Beide nahmen in der Vergangenheit auch an Veranstaltungen der Neonaziszene teil.

Ein Großteil der TeilnehmerInnen rekrutierte sich aus dem Kernklientel der rechten Verschwörungsszene im Rhein-Main-Gebiet. Darüber hinaus reisten die Neonazis Falko Schüßler und Axel Schunk aus dem Raum Aschaffenburg sowie die hessischen Funktionäre der Partei Die Heimat, Stefan Jagsch und Daniel Lachmann an. Die Vertreter der neonazistischen Partei beteiligten sich sogar mit einem eigenen Transparent an der Demonstration.

Auf der Eröffnungskundgebung sprachen unter anderem der hessische Landesvorsitzende der verschwörungsideologischen Partei DieBasis, Achim Weinacker, sowie Christoph Barth und Kai Börner vom Netzwerk der Klartext-Bürgerzeitung. Barth stellte zudem die Technik und Infrastruktur, darunter seinen Bühnenanhänger, für die Demonstration zur Verfügung. Der Neonazi Manuel Mann aus Gladenbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf) streamte die Veranstaltung live ins Netz.

Eine Gruppe im vorderen Bereich des Demonstrationszuges skandierte die Parole »Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen« und trug diese auch auf einem großen Transparent vor sich her.

Das Bündnis Aschaffenburg ist bunt mobilisierte unterdessen zu einem als »Kehraus« bezeichneten Gegenprotest. Mit Besen und Putzlappen zogen die Demonstrant*innen durch die Straßen, um die Stadt symbolisch von menschenfeindlichen Ideologien zu »reinigen«. An dem Gegenprotest beteiligten sich in der Spitze etwa 1.000 Personen.