14.03.2026

Rechte und antisemitische Versammlungen in Frankfurt


Am 14. März 2026 fanden in Frankfurt eine Reihe von rechten und antisemitischen Versammlungen statt. Die größte war dabei eine Demonstration von AnhängerInnen des iranischen Regimes mit etwa 200 Teilnehmenden.

Seit 2015 findet am letzten Samstag des islamischen Fastenmonats Ramadan in Frankfurt der »Al-Quds«-Tag statt. Dieser wurde am 7. August 1979 vom Führer der Iranischen Revolution, dem Ajatollah Ruhollah Khomeini ausgerufen. Der im Iran als staatlich organisierte Massendemonstration stattfindende Protesttag fordert die Vernichtung Israels. Aber auch in vielen anderen Staaten gehen die AnhängerInnen des schiitisch-islamistischen Regimes im Iran an diesem Tag auf die Straße. Organisiert wurde der Aufzug in Frankfurt jedes Jahr vom Islamischen Zentrum Ehlibeyt e.V. aus Offenbach am Main. In diesem Jahr wurde die Demonstration von der sich selbst als politisch links verstehenden Gruppe Migrantifa Rhein-Main unter dem Titel »Solidarität mit Iran und Palästina« beworben. Vom Börsenplatz zog die Demonstration in Richtung Zoo. An der Organisation vor Ort beteiligten sich AktivistInnen der Gruppen Studis gegen rechte Hetze aus Frankfurt, Hochschule for Palestine aus Darmstadt, Darmstadt für Palästina sowie Free Palestine Mannheim.

Trotz diesen organisatorischen Wechsels stand die Versammlung in direkter Nachfolge zu den vergangenen »Al-Quds«-Tagen. So dominierte ein Meer aus Fahnen des iranischen Regimes den Ausdruck der Demonstration. Einige Teilnehmende trugen Bilder von Khomeini, dem im Februar 2026 im Irankrieg getöteten ehemaligen Obersten Führer des Iran Ali Chamenei und dem 2019 verstorbenen Offenbacher Prediger Muhammed Avci.

Die OrganisatorInnen der Demo riefen die Teilnehmenden wiederholt dazu auf, nicht mit der »zionistischen Lügenpresse« zu sprechen. Als aus der Demonstration heraus der Ruf »Allahu Akbar« angestimmt wurde, unterband die Versammlungsleitung dies mit den Worten, dass man die Parole zwar »im Herzen« trage, diese jedoch durch die Versammlungsbehörde im Vorfeld der Demonstration verboten worden sei. Auf der Eröffnungskundgebung wurde eine Audiobotschaft der sich selbst als politisch links bezeichnenden Frankfurter Aktivistin Aitak Barani eingespielt. Barani befindet sich nach eigener Aussage derzeit im Iran und berichtete vom dortigen »Al-Quds« -Tag, der bereits einen Tag zu vor statt fand.

Im weiteren Verlauf des Aufzuges sprach der Aktivist Mahmoud Abu-Odeh aus Mannheim und der verschwörungsideologische Liedermacher Ernst Schwarz spielte Musik. Zudem beteiligte sich der stellvertretende Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IHR) Ünal Kaymakçıan an der Veranstaltung. Die Demonstration wurde vorzeitig durch die Polizei aufgelöst, da zwei Reden den Anfangsverdacht der Volksverhetzung erfüllten.

Auch auf dem Opernplatz fand eine extrem rechte Versammlung statt. Die verschwörungsideologische Gruppe Mütter für Frieden veranstaltete dort eine Mahnwache und warb für den »Freiheitslauf«, ein für Mai geplantes Großevent der rechten Verschwörungsszene. An der Versammlung nahmen etwa 17 Personen teil. Unter den Teilnehmenden befanden sich bekannte AktivistInnen der Szene wie Thomas Bernt aus Darmstadt. Zeitgleich veranstaltete die Alternative für Deutschland (AfD) zur Kommunalwahl einen Infostand auf dem Rathenauplatz.