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19.09.2026

Rassistische Demonstration in Frankfurt

Am 19. September 2026 fand in Frankfurt eine rassistische Demonstration der Initiative Trauerwache Deutschland statt. Etwa 1.300 Personen versammelten sich zur Auftaktkundgebung auf dem Römer und zogen anschließend in einem Aufzug durch die Innenstadt.

Ziel der Initiative Trauerwache Deutschland ist es, schwere Gewalttaten und Anschläge in Deutschland zu instrumentalisieren, um rassistisch motivierte Stimmung gegen Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte zu erzeugen. Prominentes Aushängeschild der Initiative ist Michael Kyrath, dessen Tochter bei einem Messerangriff in einem Regionalzug zwischen Kiel und Hamburg im Jahr 2023 getötet wurde.

Auf der Auftaktkundgebung sprachen unter anderem der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, sowie die Journalistin Julia Ruhs, die unter anderem für die BILD sowie den Bayerischen Rundfunk (BR) tätig ist. Ruhs und Kyrath kennen sich nach eigenen Angaben über die Dreharbeiten zu einer Dokumentation des BR und des Norddeutschen Rundfunks (NDR), bei denen Ruhs Kyrath über einen längeren Zeitraum begleitete. In ihrer Rede wetterte Ruhs gegen »illegale« und »falsche« Migration und rechnete Gewalt- und Sexualstraftaten einseitig Menschen mit Migrationsgeschichte zu. Dies liege für Ruhs an deren »kultureller Prägung«. Im Gegensatz zu »osteuropäischen« oder »arabischen« Kulturen sei Gewalt in westlichen Gesellschaften sozial geächtet.

Die Teilnehmenden reisten aus dem gesamten Bundesgebiet an. Darunter befanden sich FunktionärInnen der Alternative für Deutschland (AfD), wie die hessische Landtagsabgeordnete Anna Nguyen aus Frankfurt sowie der Schatzmeister der Generation Deutschland (GD) Hessen, Thomas Janeczek, der auch im Umfeld der Identitären Bewegung (IB) aktiv ist. Auch bekannte ProtagonistInnen der rechten Verschwörungsszene im Rhein-Main-Gebiet nahmen an der Versammlung teil. So etwa der Kopf der rechten Klartext-Bürgerzeitung, Christoph Barth.

Der sich an die Auftaktkundgebung anschließende Demonstrationszug war von Fotos der Opfer verschiedener Gewalttaten geprägt, welche die Teilnehmenden mit sich führten. Diese waren zudem aufgefordert, sich in Blöcken nach den deutschen Bundesländern zu sortieren. Das Transparent des sächsischen Blocks trug die ehemalige AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry, die auch zu den InitiatorInnen der 2025 neu gegründeten proprietaristischen Kleinpartei Team Freiheit zählt. Das hessische Transparent trugen der AfD-Landesvorsitzende Robert Lambrou sowie der Darmstädter AfD-Stadtrat Christian Martin. Hinter dem Bremer Transparent sammelten sich mehrere Mitglieder der rechten Regionalpartei Bürger in Wut, die in Bremen einige Wahlerfolge erzielen konnte.

Die rechten Streamer Paul Hildebrand alias »Dauerwelle Demoreport« aus Michelstadt (Odenwaldkreis) sowie Manuel Mann alias »Mein Mittelhessen« aus Gladenbach (Marburg-Biedenkopf) übertrugen die Versammlung live ins Netz.

Den OrganisatorInnen der Trauerwache Deutschland gelang es, unterschiedliche rechte Milieus anzusprechen und unter dem Deckmantel der sich harmlos gebenden Initiative einen Vernetzungsort zu schaffen, an dem die verschiedenen rechten Szenen zusammenfanden. An der antifaschistischen und demokratischen Zivilgesellschaft ging die Versammlung weitgehend vorbei. Ein Gegenprotest fand nicht statt.