Seite wählen

22.08.2026

Rudolf-Heß-Marsch in Worms

Am 22. August 2026 veranstaltete die Kameradschaft Rheinhessen ihren jährlich stattfindenten Rudolf-Heß-Marsch in Worms (Rheinland-Pfalz). Dem bundesweiten Aufruf folgten 27 Neonazis aus dem Umfeld der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Zudem waren mit Paul Hildebrand, alias Dauerwelle Demo Report, und Manuel Mann für den Kanal Mein Mittelhessen, zwei rechte Medienaktivisten als Streamer vor Ort.

Rudolf Heß war ein führender Nationalsozialist und von 1933 bis 1941 Hitlers Stellvertreter in der NSDAP. Nach dem Krieg wurde er im Nürnberger Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seinem Tod 1987 im Gefängnis Spandau entstand in neonazistischen Kreisen die bis heute verbreitete Behauptung, Heß sei ermordet worden. Diese trägt zur Verklärung Heß’ zum politischen Märtyrer und zur Verbreitung eines neonazistischen Mythos bei.

Bei der Auftaktkundgebung kam es zu Provokationen gegenüber dem Gegenprotest. Einige Teilnehmende zeigten Handgesten, die dem Hitlergruß auffallend nahe kamen. Auch Paul Hildebrand positionierte sich zu Beginn mit seinem Livestream unmittelbar vor der Absperrung des Gegenprotests, was von Anwesenden als provokativ wahrgenommen wurde.

Die Demoroute führte lediglich über wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof zum Adenauerring und anschließend zurück. Eine geplante Zwischenkundgebung wurde den Neonazis untersagt. Am Hauptbahnhof, bei der Abschlusskundgebung, sprachen unter anderem der Anmelder und Aktivist der Kameradschaft Rheinhessen, Florian Grabowski, die NPD-Aktivisten Jan Jaeschke und Lennart Schwarzbach sowie der langjährige Neonazi-Aktivist Christian Worch.

Am Gegenprotest beteiligten sich rund 150 Personen. Der Protest war vor Ort so laut, dass die Redebeiträge der Neonazis teilweise kaum zu verstehen waren.