Am 15. November 2025 veranstaltete die Neonazipartei Die Heimat (ehemals NPD) ein »Gedenken« in Staufenberg (Landkreis Gießen). Daran nahmen etwa 35 Personn teil. Mit einem Fackelzug zogen die Neonazis von der Stadtmitte zum »Immelmann-Denkmal«. Max Immelmann war ein Jagdflieger im 1. Weltkrieg, der von der rechten Szene verherrlicht wird.
Zwei Sonntage vor dem ersten Advent findet traditionell der Volkstrauertag in Deutschland statt. Jedes Jahr wird dieser Tag von Neonazis missbraucht, um den Toten zu »gedenken«, die aktiv am Nationalsozialismus und seinen Verbrechen mitgewirkt haben. Bereits im Vorfeld äußerte sich Thorsten Heise in einer Videobotschaft, dass dieser Tag für ihn »nicht nur ein Opfergedenktag ist, sondern auch ein Heldengedenktag«.
Am mit Farbe beschmierten Denkmal hielten Thassilo Hantusch und Thorsten Heise jweils eine Rede. Hantusch ist hessischer Vorsitzender der Junge Nationalisten (JN), der Jugendorganisation der Heimat. In seiner Rede beschrieb er, wie die JN das Denkmal 2015 gereinigt und wieder hergerichtet habe. Danach habe es sich die Neonazigruppe zur »nationalen Aufgabe« gemacht, das Denkmal zu erhalten.
Thorsten Heise ist stellvertrender Bundesvorstand von Die Heimat und hat beste Kontakte ins rechtsterroristische Milieu. Seine Rede richtete sich an die jungen anwesenden Neonazis. Darin verklärte er eine »soldatische Männlichkeit« als »Heroismus« und forderte indirekt von den Anwesenden »Opferbereitschaft für Volk und Nation«.
Zum Ende sangen die Neonazis alle drei Strophen des »Deutschlandlied«, was dazu führte, dass die Polizei auf dem Rückweg die Personalien aller TeilnehmerInnen kontrollierte.
Der gesamte Ortskern von Staufenberg war mit Spruchbändern wie »Nazis raus« und mit Plakatwänden dekoriert. An einer Gegenkundgebung beteiligten sich rund 300 Teilnehmende.