14.02.2026

Neonazistisches »Gedenken« in Dresden

Am 14. Februar 2026 kamen rund 1500 Neonazis zu einer geschichtsrevisionistischen Demonstration in Dresden zusammen. Anlass war der sich zum 81. Mal jährende alliierte Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945. Auf der Demonstration wurde der deutsche »Opfermythos« zelebriert, auf Transparenten wurden abwegige Opferzahlen verbreitet. Während Historiker*innen von knapp 24.000 Toten des Bombenangriffs ausgehen, versuchen die Neonazis, Zahlen zwischen 200.000 und 500.000 zu etablieren.

Auf einem Transparent wurde der Holocaust verharmlost, indem die alliierten Angriffe als »Bombenholocaust« bezeichnet wurden. Durch die begriffliche Gleichsetzung versuchen die Neonazis bewusst, den industriellen Massenmord an 6 Millionen Menschen durch die Nationalsozialisten zu bagatellisieren. Das Transparent wurde im Verlauf der Demonstration von der Polizei eingezogen.

Auch dieses Jahr gab es eine Allgemeinverfügung der Stadt Dresden, wonach es nicht erlaubt war, sich zu vermummen, einheitliche schwarze Kleidung zu tragen und/oder Bomberjacken wie auch Springerstiefel und dies in Kombination mit einer Blockformation während der Demonstration. Als dies dennoch während der Demonstration passierte, zeigten die Sicherheitsbehörden jedoch kein Interesse, die Verfügung durchzusetzen.

Anmelder der Demo war Lutz Giesen, ein völkischer Neonazi mit politischen Sozialisation in der 2009 verbotenen Heimattreuen deutschen Jugend (HDJ). Zuletzt kandidierte er im Juni 2024 bei den sächsischen Kommunalwahlen für die Neonazipartei Freie Sachsen. Seinem Aufruf sind Neonazis aus ganz Deutschland gefolgt- u.a. aus der Kameradschaftsszene sowie neonazistischen Kleinstparteien. Auffällig war die Abwesenheit von bekannten neonazistischen Strukturen aus Hessen und Rheinland-Pfalz.

Während der Auftaktkundgebung sprachen Lutz Giesen und der Dortmunder Neonazi Sven Skoda. Besonders Skodas Rede war von Geschichtsrevisionismus, Antisemitismus und Umsturzfantasien durchzogen.

Aus Rheinland-Pfalz reiste Malte Redeker an. Er ist Teil des Hammerskin-Netzwerk. Zudem beteiligte sich die rheinland-pfälzische Jungnazigruppe Zweibrücken_Aktiv an dem Aufzug. Die Gruppe trat bisher durch Gegenprotesten zu CSD’s in Erscheinung. Mit der Gruppe gemeinsam reiste Nils Wagner aus dem Saarland an, der sich in letzter Zeit als Organisator extrem rechter Demos versuchte.

Auch die extrem rechte Aktivistin Marika Hartmann aus Hösbach (Landkreis Aschaffenburg) beteiligte sichg an dem Aufzug.

An vielfältigen Gegenprotesten beteiligten sich rund 4000 Antifaschist*innen.