01.05.2026

1. Mai Neonazidemo in Essen

Mehr als 200 Neonazis folgten dem Aufruf der neonazistische Partei Die Heimat (ehemals NPD) zur 1.Mai-Demonstration nach Essen. Die Kundgebung sollte ursprünglich um 13 Uhr am Hirschlandplatz beginnen, startete jedoch deutlich verspätet. Teilnehmende aus Dortmund mussten zuvor am Altenessener Bahnhof ihre Personalien feststellen lassen. Laut Polizei lag der Grund dafür in »strafbaren bzw. ordnungswidrigen Handlungen«, die zuvor in Dortmund begangen worden waren.

Unter den Teilnehmenden befand sich eine mindestens 15-köpfige Gruppe um Stefan Jagsch aus Altenstadt, Daniel Lachmann aus Büdingen und Thassilo Hantusch aus Wetzlar, die den Vorstand des hessischen Landesverbandes von Die Heimat bilden. Das Banner des Landesverbands trug unter anderem Marika Hartmann, aus Hösbach (bei Aschaffenburg). Sie zählt zum Führungskreis von Rhein-Main-steht-auf und nimmt seit einiger Zeit an neonazistischen Aufzügen in Nah und Fern teil.

Mit zweistündiger Verspätung setzte sich schließlich ein kurzer Demozug in Bewegung und legte rund 200 Meter zum Kennedyplatz zurück, auf dem die Hauptkundgebung stattfand. Dort hielten unter anderem der Parteivorsitzende Peter Schreiber, der stellvertretende Vorsitzende Thorsten Heise, der NRW-Landesvorsitzende Claus Cremer, Sven Skoda und der Vorsitzende der JN, Sebastian Weigel, Reden. Außerdem sorgten Phil von FLAK und das Musikprojekt Hier und Jetzt für musikalische Beiträge während der Kundgebung.

Immer wieder bedrängten OrdnerInnen Pressevertreter*innen, untersagten den eigenen TeilnehmerInnen den Kontakt zur Presse und drängten Journalist*innen zurück. Sie zogen dabei eine selbst gesetzte Linie, die die Presse nicht überschreiten sollte. Die Polizei griff nur in wenigen Situationen ein und ignorierte weitgehend das Verhalten der rechten TeilnehmerInnen gegenüber der Presse.

Der neonazistische Aufmarsch stieß auf erheblichen Gegenprotest. Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich an Gegenkundgebungen und Demonstrationen, die rund um das gesamte Aufzugsgelände stattfanden.